Let's talk about Medienkompetenz

Wenn auch nur im entferntesten Sinne von der Beziehung zwischen Medien und Menschen gesprochen wird, fällt früher oder später der Begriff Medienkompetenz. Doch was heißt das eigentlich konkret? Was ist denn ein kompetenter Umgang mit Medien? Geht es darum, das Handy auch mal am Esstisch aus der Hand zu legen, oder minutiös die AGB zu studieren, bevor die schöne App mit den Katzenvideos heruntergeladen wird? Das möchte ich Ihnen an dieser Stelle etwas näher erläutern. Und keine Sorge: Sie müssen in Zukunft nicht überdimensionierte Geschäftsbedingungen studieren, wenn es nicht gerade schon zu Ihren Hobbies gehört.   

Man kann nicht über Medienkompetenz sprechen, ohne Dieter Baacke zu erwähnen. Der Name  des Erziehungswissenschaftlers, der Pionierarbeit auf diesem Gebiet geleistet hat, ist Medienpädagog*innen fest in die Hirnwindungen eingebrannt. Zu den rar gesäten Hollywood-Momenten unserer Arbeit zählt zum Beispiel die alljährliche Verleihung des Dieter Baacke Preises, bei dem bundesweit medienpädagogische Projekte in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet werden. Baacke prägte maßgeblich den Begriff der Medienkompetenz , die er auf die folgenden vier Säulen stützt: Medienkunde, Mediennutzung, Mediengestaltung und Medienkritik. Anhand des folgenden Beispiels möchte ich Ihnen erklären, was diese Säulen konkret bedeuten. Dazu erfinde ich einfach eine fiktive Katzenvideo-App, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwo da draußen gibt. Denn wir wissen alle: Das Internet ohne Katzenvideos ist einfach nicht das Internet.

Purrstagram: Eine fiktive Katzenvideo-"was-auch-immer"-App zusammengesponnen von genosse-digital.de

Medienkunde:

“Uh, da gibt es eine Katzenvideo-App auf *hier beliebige Plattform einsetzen*

Mediennutzung:

“Ok, also ich muss hier drücken und da kann ich was umstellen. Das ist ja easy zu bedienen.”

Mediengestaltung:

“Und so kann ich selbst Videos reinstellen und bearbeiten! Nice!”

Medienkritik:

“Moment mal! Warum braucht denn die App Zugriff auf meine Kontakte, meine Kreditkartendaten und meine komplette Krankenakte?”

Wenn Ihnen vor allem der letzte Abschnitt aus zahlreichen Diskussionen bekannt vorkommt, sind wir auch schon bei dem klassischen Bild der Zeigefinger-schwingenden Ermahner*innen angelangt. Denn als Eltern, Lehrer*innen, sozialpädagogische Fachkräfte oder auch Medienpädagog*innen haben Sie die wichtige Rolle, vor allem Heranwachsende in der Entwicklung ihrer Medienkompetenz zu begleiten und zu unterstützen. Ich habe mir daher neben praktischen Anleitungen und Workshops für Kinder und Jugendliche auch die Schulung von Fachkräften auf die Fahne geschrieben. Diese legt den Fokus vor allem auf die professionelle Haltung und das Setting, um auf sensible Themen wie Cybermobbing, Sexting und Hate Speech ohne Vorurteile und Vorwürfe reagieren zu können. Damit auch immer ein aktueller Bezug zu Wissenschaft und Praxis gegeben ist, arbeite ich eng mit medienpädagogischen Netzwerken und Expert*innen zusammen. Natürlich darf man nicht vergessen, dass Medienkompetenz als Skill noch lange nicht perfektioniert ist, wenn wir die Volljährigkeit erreichen. Wir können alle immer etwas dazulernen und dieses Wissen mit unseren Mitmenschen teilen. Die Förderung einer Medienkompetenz, die Menschen inkludiert und sie zu individuellen Expert*innen ihrer medialen Umwelt macht, sollte als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen werden. Dazu können wir alle etwas beitragen. 

Ich mache hier gleich den Anfang und teile mit Ihnen das unverzichtbare Wissen, dass es tatsächlich eine Katzenvideo-App gibt und sie originellerweise auch noch Meowtube heißt. Großartig!

mail@genosse-digital.de

0151 / 287 99 550

Sergej Klein - Genosse Digital 2021